Hoher Arbeitsdruck, wenig Erholung? – DIWA hilft!

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„Hoher Arbeitsdruck und unzureichende Erholung bei der Projektarbeit sind die Ursachen dafür, dass IT-Fachleute häufiger als andere Berufsgruppen von Stress und Burnout betroffen sind. … 67 Prozent der Projektmitarbeiter verzichten immer oder oft bei Überlast auf Pausen, 55 Prozent schränken für den Job ihre Freizeitaktivitäten ein, weitere 29 Prozent tun das zumindest ‚manchmal‘. Weit über dem Durchschnitt sind sie von Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Magenschmerzen betroffen.“ (Pressemitteilung DIWA-IT vom 8.2.08 )

Außer die unmittelbar Betroffenen würde das kaum jemanden stören – wenn da genügend Nachwuchs wäre:

„Belegschaften in der IT-Wirtschaft waren bisher eher jung. Fragen einer demografiegerechten und präventiv ausgerichteten betrieblichen Personalpolitik spielten deshalb eine untergeordnete Rolle.
Allerdings zeigen die Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass die Branche in den letzten Jahren zunehmend altert: Der Anteil der über fünfzigjährigen Beschäftigten in der IT-Wirtschaft hat zwischen 1999 und 2004 um 78 % zugenommen. Außerdem meldete BITKOM im August 2007, dass fast 40 000 IT-Fachkräfte fehlen, während die Studienanfängerzahlen im Fach Informatik seit dem Jahr 2000 um ein Viertel auf rund 28 000 im Jahr 2006 eingebrochen sind.
Es heißt also, pfleglich mit den Beschäftigten umzugehen. Leider ist das noch die Ausnahme…“ (Newsletter 1 DIWA-IT )

Wie schade! Aber Hilfe ist in Sicht: Berater und Soziologen haben sich im Projekt „Demografischer Wandel und Prävention in der IT-Industrie“ (kurz DIWA-IT) zusammengetan. Sie weisen den Weg zum Ziel:

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und den damit verbundenen möglichen Engpässen an qualifiziertem und erfahrenem Personal stellt eine nachhaltige, d.h. auf die langfristige Erhaltung, Pflege und Nutzung von Humanressourcen abzielende Personalpolitik einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar. Das gilt auch und gerade in der Wissensökonomie, die entscheidend für mehr Innovation, Beschäftigung und Wachstum im rohstoffarmen Deutschland ist.“ (Newsletter 1 DIWA-IT )

Wie diese „Humanressourcen“ jetzt genau zu pflegen sind, damit sie nicht vorzeitig welken – das gilt es herauszufinden:

„Zentrale Fragestellung des Projekts ist es, wie Beschäftigte in der IT-Wirtschaft trotz hoher psychomentaler Belastungen gesund bleiben können, und wie ihre Arbeitsfähigkeit über unterschiedliche Arbeitslebensphasen mit wechselnden Belastungen hinweg erhalten und weiterentwickelt werden kann.“(Newsletter 1 DIWA-IT )

Die hohen psyomentalen Belastungen stehen nicht in Frage. Aber Schärfung des Problembewusstsein, gute Praxislösungen im Bereich Arbeitsgestaltung und Unternehmenskultur und Präventionskonzepte werden helfen. Welche das genau sind, wird noch nicht verraten. Erst muss noch ein wenig geforscht werden.

Das Kickoff-Meeting des DIWA-IT-Projektes fand am 7. Februar dieses Jahres statt. Das ISF München beschreibt durchaus zutreffend unsere Arbeitssituation (siehe „Gesundheitliche Belastungen in der IT-Industrie – Von der Zeitenwende zu einer neuen Belastungskonstellation“ ), allein die Analyse bleibt mit dem Verweis auf die „Zeitenwende“ dürftig. Anja Gerlmaier vom IAQ (ehemals IAT) fragt in ihrem Vortrag „Gesund arbeiten in Projekten – ein Arbeitsleben lang?„. Sie bringt einige altersspezifische Zahlen und bezieht sich auf ihre IAT-Studie aus dem Jahre 2006. Diese kann fast schon als Klassiker gelten, ansehen !

Wird DIWA-IT helfen? Bestimmt den Beratern, sie werden sich ihre Präventionsberatung gut bezahlen lassen und sicher auch den einen oder anderen Gesundheitszirkel organisieren dürfen. Und uns „Humanressourcen“ ? Wohl kaum! Das IT-Management greift schon längst auf den weltweiten Ressourcenpool zurück, die Pflege der verbrauchten lokalen Ressourcen ist für sie kein lohnendes Geschäft.

Um eine Verschiebung der Machverhältnisse müssen wir uns schon selbst kümmern (siehe Was tun?):

Nicht DIWA, nicht Quark – Solidarität macht stark!

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Eine Antwort to “Hoher Arbeitsdruck, wenig Erholung? – DIWA hilft!”

  1. „IT-Arbeit gefährdet Ihre Gesundheit!“ – Prozesse sollen helfen « Ressourcen rebellieren Says:

    […] wie Tinnitus, Depressionen, Schlafstörungen und Burnout. Dies bestätigt das Forschungsprojekt DIWA-IT mit Fallstudien in den Bereichen IT-Dienstleistung und Softwareentwicklung. Auf einem Workshop am […]

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