Streik bei EDS beendet: 500 müssen gehen

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Die Verhandlungen sind beendet. Der Streik ist ausgesetzt. Verdi feiert schon das Ergebnis:

„Der Stellenabbau konnte von 839 auf 500 reduziert werden.“ (Verdi-Newsletter)

200 Kolleginnen und Kollegen sollen ‚freiwillig‘ gehen, 300 weiteren sollen ‚betriebsbedingt‘ gekündigt werden. Die Standorte Essen, Köln Bonner Straße, Leuna und Ludwigsburg sollen geschlossen werden (silicon.de).

Die Gremien der Gewerkschaften müssen das Ergebnis noch absegnen. Nächste Woche findet dann die Urabstimmung statt, 25% Zustimmung genügen und das war es dann.

Fast 5 Wochen haben die Kolleginnen und Kollegen bei EDS mit Streiks und zahlreichen Aktionen für ihre Jobs gekämpft. Die Gewerkschaften verfolgten eine „flexible Streiktaktik“ und erklärten zugleich:

„Niemand wolle, dass etwa bei Opel die Bänder still stünden, bei Sal. Oppenheim die Abläufe gestört würden oder die Produktion bei adidas, bei Arcelor Mittal oder bei Kraft in Bremen gefährdet werde. “ (Computerwoche)

Die jeweils befristeten Streiks sollten nicht wirklich weh tun. Sie waren Teil der Verhandlungstaktik. Die Streikenden wurden über die Verhandlungen nur unzureichend informiert:

„Natürlich ist uns klar, dass alle mehr Details aus den Verhandlungen erfahren möchten. Wir haben uns nach Beratungen entschieden, nicht zu detailreich über die Positionen zu reden, um zu verhindern, dass Lösungsmöglichkeiten verbaut werden. Eine öffentliche Diskussion von Zwischenständen macht es uns und macht es auch der Geschäftsleitung schwer, Bewegungen in den Positionen vorzunehmen.“  (Bericht des Verhandlungsteams)

Das ist eine schon klassische Argumentation von Stellvertreter/innen, die uns dann hinterher erklären: „Mehr lag nicht drin“, „Das ist das bestmögliche Ergebnis“, ….  So müssen Streiks nicht verlaufen. Im Gegenteil, umfassende Informationen sind die Voraussetzung für basisdemokratische Entscheidungen der Streikenden selbst. Beispielhaft ist hier der erfolgreiche (!) Kampf der Arbeiter/innen der SBB-Werkstatt in Bellinzona. (siehe Labournet)

Keine betriebsbedingten Kündigungen – Das ist eine der wichtigsten Forderungen seit dem ersten Warnstreik bei EDS im Februar diesen Jahres. Im Aufruf  zur ersten Urabstimmung hieß es:

„Ziel eines Arbeitskampfs ist ein Ergebnis, mit dem die Streikenden zufrieden sind.“

EDS ist nicht die letzte Firma, die von HP übernommen wird. Auch Kolleginnen und Kollegen von Alcatel-Lucent werden zu HP veschoben (siehe Netzwerk IT). Stellenabbau droht auch in anderen Firmen. In unserem eigenen Interesse hoffen wir noch auf einen Erfolg der Kolleginnen und Kollegen bei HP-EDS.

Weitere Informationen zum Streikverlauf sind zu finden unter http://www.eds.dgb.de

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3 Antworten to “Streik bei EDS beendet: 500 müssen gehen”

  1. Timo Luthmann (menschcoop) 's status on Friday, 03-Jul-09 10:27:46 UTC - Identi.ca Says:

    […] Streik bei EDS beendet: 500 müssen gehen « Ressourcen rebellieren […]

  2. Anonymous Says:

    Eine andere Sicht des Ergebnisses:

    http://www.netzwerkit.de/Members/valter/gewerkschaft/streik/news20090703-003#1246640557

  3. Anonymous Says:

    IGM und Verdi feiern als Erfolg des Streiks, „dass der verringerte Personalabbau sozial verträglich erfolgt.“ Ob die ‚Abgebauten‘ das auch so sehen werden? Die Informationen in den Tarifnachrichten (http://www.eds.dgb.de/nachrichten/tarif/20090703_Ergebnis/20090703_Ergebnis.pdf) lassen ahnen, wie ‚freiwillig‘ Mitarbeiter/innen gehen werden: Wer sich beeilt und bis Ende September einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, erhält eine ‚Sprinterprämie‘. Wer zögert, wird offiziell angesprochen. Einmal – das muss reichen. Und wer sich dann immer noch verweigert, wird gekündigt – jetzt ohne ‚Sprinterprämie‘.

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