Posts Tagged ‘Soziologie’

Nach 30 Jahren noch lesenswert: Philip Krafts Analyse zur Industrialisierung der Software-Entwicklung

25. Januar 2010

Bereits 1979 veröffentlichte der amerikanische Soziologe Philip Kraft einen Aufsatz über „The Industrialization of Computer Programming: From Programming to ‚Software Production’“. Die Prognosen Krafts wurden nur teilweise bestätigt. Mit der zweiten Industrialisierungswelle in der Softwareentwicklung gewinnt seine Analyse neue Aktualität. Auf Basis neuer Technologien und in Verbindung mit der Internationalisierung der Softwareentwicklung begegnen uns heute wieder die von Kraft analysierten Managementstrategien.

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„Techno-Kulis“ – Die perfekten Ressourcen?

30. März 2008

Mitarbeiter/innen, die keinen Feierabend kennen, die nie auf die Uhr schauen, die weder Privatleben noch Urlaub brauchen, die jeden Auftrag ausführen, die nie widersprechen, die an jedem Ort der Welt einsetzbar sind, die Cobol genauso gut beherrschen wie C, C++ und Java – welcher IT-Manager könnte da widerstehen. Es gibt sie tatsächlich und sie sind nicht einmal teuer, die indischen Software-Entwickler/innen. Und das Schöne ist: Die können gar nicht anders, sie können nicht über den Schatten ihrer Kultur springen. Nur manchmal, da übertreiben sie es, da hätten sie dann doch mal etwas sagen können. Und jetzt kommen auch noch Soziologinnen und Soziologen aus Bangalore daher und behaupten, dass der Inder als solcher gar nicht so ist, und dass auch indische Entwickler/innen nicht nur willige Techno-Kulis sind.

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„IT companies are factories – people go in and code goes out“

24. März 2008

Gemeint sind hier die indischen IT-Dienstleister. Diese produzieren Software nach Fabrikmethoden, sie sind bekannt für die Qualität ihrer Prozesse. Nirgendwo werden so viele CMMI 5 Zertifikate ausgestellt wie in Indien. Die Akzeptanzbeschaffer/innen von Export-IT führen den Erfolg der indischen Unternehmen auf diese ausgeprägte Prozessorientierung zurück. Das niedrige Lohnniveau und die langen Arbeitszeiten geraten dabei aus dem Blickfeld. Soziologinnen und Soziologen aus Bangalore haben eine andere Sicht. Sie lassen sich nicht vom schönen Schein der heilen Prozesswelt blenden. In ihrer Studie aus dem Jahr 2006 analysieren Carol Upadhya und A.R. Vasavi die realen Herrschafts- und Kontrollmechanismen bei den großen indischen IT-Dienstleistern.

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IT-Standort Deutschland gefährdet – Export-IT hilft!

9. März 2008

Am 8.März fand auf der CeBIT das 3.Expertenforum des Projektes Export-IT statt. „Der IT-Standort Deutschland ist gefährdet“ erklärt der Soziologe Dr. Andreas Boes. Eine „nachhaltige Internationalisierung“ soll dem Kostendruck durch die Globalisierung standhalten helfen. Die IT-Unternehmen sollen die Globalisierung als strategische Herausforderung annehmen, ihre Produkte und Leistungen „intelligent“ standardisieren, sich konsequent auf Prozesse als Basis für kontinuierliches Lernen orientieren, die Partnerbeziehungen im Ausland stabil und „auf Augenhöhe“ gestalten und die Mitarbeiter ins Zentrum erfolgreicher Internationalisierungsstrategien stellen.

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Hoher Arbeitsdruck, wenig Erholung? – DIWA hilft!

5. März 2008

„Hoher Arbeitsdruck und unzureichende Erholung bei der Projektarbeit sind die Ursachen dafür, dass IT-Fachleute häufiger als andere Berufsgruppen von Stress und Burnout betroffen sind. … 67 Prozent der Projektmitarbeiter verzichten immer oder oft bei Überlast auf Pausen, 55 Prozent schränken für den Job ihre Freizeitaktivitäten ein, weitere 29 Prozent tun das zumindest ‚manchmal‘. Weit über dem Durchschnitt sind sie von Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Magenschmerzen betroffen.“ (Pressemitteilung DIWA-IT vom 8.2.08 )

Außer die unmittelbar Betroffenen würde das kaum jemanden stören – (more…)

“Älterwerden im IT-Beruf”

21. Februar 2008

Es gibt sie, die älteren Softwareentwickler/innen – vor allem in der Arbeitslosenstatistik. Wolfgang Hien ist es gelungen zwölf Frauen und Männer aufzutreiben, die noch in der Entwicklung arbeiten. Diese hat er befragt. Sie berichten von hoher psychischer Belastung, permanentem Zeitdruck und Selbstüberforderung; von Jugendkult und Desinteresse an ihrem Erfahrungswissen; von Managern, die keine Verantwortung mehr übernehmen. Sie berichten auch von psychischen Erkrankungen, Erschöpfungsdepressionen und Verbitterung.

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